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AE_SWITCH

AE_SWITCH


Einleitung

Der Funktionsblock AE_SWITCH dient als Demultiplexer für Ereignisse. Er leitet ein eingehendes Ereignis je nach dem Wert eines booleschen Eingangs G an einen von zwei unidirektionalen Event-Adapter-Ausgängen weiter.

Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

  • EIG (Event): Setzt den Wert von G. Wird dieses Ereignis ausgelöst, wird der zugehörige Daten-Eingang G übernommen – es erfolgt keine Weiterleitung an die Ausgänge.

Ereignis-Ausgänge

  • Keine eigenständigen Ereignis-Ausgänge vorhanden. Die Ausgabe erfolgt ausschließlich über die Adapter EO0 und EO1.

Daten-Eingänge

Name Typ Kommentar
G BOOL Schalter: 0 → Ausgabe über EO0, 1 → Ausgabe über EO1

Daten-Ausgänge

  • Keine Datenausgänge.

Adapter

Richtung Name Typ (unidirektional) Kommentar
Socket (Eingang) EI adapter::types::unidirectional::AE Ereignis-Eingang, der umgeschaltet wird.
Plug (Ausgang) EO0 adapter::types::unidirectional::AE Ereignis-Ausgang, aktiv bei G = 0
Plug (Ausgang) EO1 adapter::types::unidirectional::AE Ereignis-Ausgang, aktiv bei G = 1

Funktionsweise

Der Baustein befindet sich initial im Zustand START.

  1. Setzen des Schalters: Ein Ereignis an EIG übernimmt den aktuellen Wert von G. Der Baustein bleibt danach im Zustand START.
  2. Weiterleiten des Eingangsereignisses: Trifft ein Ereignis über den Adapter-Eingang EI ein, wird der Wert von G ausgewertet:
  3. Ist G = 0 → Zustandswechsel nach G0: Der Adapter-Ausgang EO0 wird mit seinem Ereignis E1 ausgelöst.
  4. Ist G = 1 → Zustandswechsel nach G1: Der Adapter-Ausgang EO1 wird mit seinem Ereignis E1 ausgelöst.
  5. Nach Auslösen des jeweiligen Ausgangs kehrt der Baustein automatisch in den Zustand START zurück.

Technische Besonderheiten

  • Die Ereignisweiterleitung erfolgt ausschließlich über unidirektionale Adapter vom Typ AE. Dadurch wird eine saubere Trennung von Ereignisquellen und -senken erreicht.
  • Der Baustein realisiert ein Demultiplexing (1-zu-2) auf Ereignisebene: Ein eingehendes Ereignis wird je nach boolescher Bedingung an einen von zwei Ausgängen geroutet.
  • Der Setz-Eingang EIG erlaubt es, den Schaltwert unabhängig von einem anstehenden Ereignis am Eingang EI zu ändern.

Zustandsübersicht

Zustand Beschreibung Aktion bei Eintritt
START Warten auf ein Ereignis an EI oder EIG
G0 Ereignis an EI mit G = 0 – leite an EO0 weiter EO0.E1
G1 Ereignis an EI mit G = 1 – leite an EO1 weiter EO1.E1

Transitionen:

  • START → G0 : EI.E1[NOT G]
  • START → G1 : EI.E1[G]
  • G0 → START : 1 (sofort)
  • G1 → START : 1 (sofort)
  • START → START : EIG (nur Setzen von G, keine Weiterleitung)

Anwendungsszenarien

  • Ereignis-Routing in Automatisierungssystemen, bei dem ein zentraler Auslöser (z. B. ein Sensorereignis) je nach Betriebsmodus unterschiedliche Aktoren ansteuert.
  • Zustandsabhängige Verarbeitung: Ein eingehendes Ereignis soll nur in einer bestimmten Betriebsart verarbeitet werden; die andere Betriebsart erhält ein separates Ereignis.
  • Test- und Diagnoseaufgaben: Umschalten zwischen Normalbetrieb und Testmodus durch Setzen von G.

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

  • E_SWITCH (Standard 61499): Ähnliche Funktionalität, jedoch über reguläre Ereignisausgänge. AE_SWITCH verwendet Adapter, was eine bessere Kapselung und Wiederverwendbarkeit in Komponenten mit standardisierten Schnittstellen ermöglicht.
  • E_MUX (Multiplexer): Führt mehrere Ereignisse zu einem Ausgang zusammen – gegensätzliche Richtung. AE_SWITCH demultiplext ein Eingangsereignis auf zwei Ausgänge.

Fazit

Der AE_SWITCH bietet eine schlanke, adapterbasierte Lösung zum bedingten Weiterleiten von Ereignissen. Durch die Verwendung unidirektionaler Adapter ist er ideal für modulare und typsichere IEC‑61499-Anwendungen geeignet. Seine einfache Zustandsmaschine macht ihn effizient und leicht verständlich.