Zum Inhalt

Uebung_204: Interlock: ILOCK_CONFLICT_TRIP (Trip bei Konflikt mit Reset)

Uebung_204_network


Einleitung

Diese Übung realisiert eine Interlock-Funktion mit Konflikterkennung und Trip-Auslösung, die durch einen Reset zurückgesetzt werden kann. Sie zeigt den typischen Einsatz eines Interlock-Bausteins zur Vermeidung gleichzeitiger, widersprüchlicher Ansteuerungen (z. B. Auf/Ab-Bewegung). Der ILOCK_CONFLICT_TRIP erzeugt bei einem Konflikt einen Trip (Störausgang) und sperrt die Ausgänge, bis ein explizites Rücksetzsignal anliegt.

Verwendete Funktionsbausteine (FBs)

Die Übung besteht aus folgenden Funktionsbausteinen, die über Ereignis- und Datenleitungen verbunden sind:

  • DigitalInput_I1 – Typ: logiBUS::io::DI::logiBUS_IX
    Parameter: QI = TRUE, Input = Input_I1
    Digitaleingang für das Auf-Signal (UP).

  • DigitalInput_I2 – Typ: logiBUS::io::DI::logiBUS_IX
    Parameter: QI = TRUE, Input = Input_I2
    Digitaleingang für das Ab-Signal (DOWN).

  • DigitalInput_Reset – Typ: logiBUS::io::DI::logiBUS_IX
    Parameter: QI = TRUE, Input = Input_I3
    Digitaleingang für das Rücksetzsignal.

  • ILOCK – Typ: logiBUS::signalprocessing::interlock::ILOCK_CONFLICT_TRIP
    Der zentrale Interlock-Baustein. Er wertet die Eingangssignale aus und steuert die Ausgänge. Bei gleichzeitig anliegendem UP und DOWN (Konflikt) wird der Trip-Ausgang gesetzt.

  • DigitalOutput_Q1 – Typ: logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX
    Parameter: QI = TRUE, Output = Output_Q1
    Digitalausgang für das Auf-Signal.

  • DigitalOutput_Q2 – Typ: logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX
    Parameter: QI = TRUE, Output = Output_Q2
    Digitalausgang für das Ab-Signal.

  • Trip_Anzeige – Typ: logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX
    Parameter: QI = TRUE, Output = Output_Q4
    Digitalausgang zur Anzeige des Trip-Zustands.

Programmablauf und Verbindungen

Die Übung ist als SubAppType angelegt, in der die gesamte Logik abläuft. Die Verbindungen sind wie folgt:

Ereignisverbindung Quelle Ziel Datenverbindung Quelle Ziel
IND → EI_UP DigitalInput_I1 ILOCK IN → DI_UP DigitalInput_I1 ILOCK
IND → EI_DOWN DigitalInput_I2 ILOCK IN → DI_DOWN DigitalInput_I2 ILOCK
IND → EI_RESET DigitalInput_Reset ILOCK
EO_UP → REQ ILOCK DigitalOutput_Q1 DO_UP → OUT ILOCK DigitalOutput_Q1
EO_DOWN → REQ ILOCK DigitalOutput_Q2 DO_DOWN → OUT ILOCK DigitalOutput_Q2
EO_TRIP → REQ ILOCK Trip_Anzeige DO_TRIP → OUT ILOCK Trip_Anzeige

Ablauf:
1. Ein steigende Flanke auf einem der Eingänge (I1 für AUF, I2 für AB) erzeugt ein Ereignis, das den ILOCK-Baustein an seinem entsprechenden Ereigniseingang aktiviert.
2. Der ILOCK prüft, ob ein Konflikt vorliegt (beide Eingänge gleichzeitig aktiv).
- Kein Konflikt: Der gewünschte Ausgang (DO_UP oder DO_DOWN) wird gesetzt und der zugehörige Ausgangstreiber (Q1 oder Q2) geschaltet.
- Konflikt: Es wird kein Ausgang gesetzt, stattdessen wird der Trip-Ausgang (DO_TRIP) aktiviert und über Trip_Anzeige ausgegeben. Die Ausgänge Q1 und Q2 bleiben aus.
3. Ein anliegendes Rücksetzsignal (I3) kann den Trip zurücksetzen und die normale Funktion wiederherstellen. Solange der Konflikt andauert, führt ein erneuter Reset nicht zu einer Freigabe.

Zusammenfassung

Die Übung Uebung_204 demonstriert die Verwendung des Interlock-Bausteins ILOCK_CONFLICT_TRIP. Sie zeigt, wie durch zwei gegensätzliche Stellsignale (z. B. Auf/Ab) ein Konflikt erkannt und durch einen Trip abgesichert wird. Der Baustein erfordert eine explizite Rücksetzung nach einem Konflikt. Dieses Verhalten ist typisch für Sicherheitsanwendungen in der Automatisierungstechnik. Die Übung eignet sich für Einsteiger, die grundlegende Verriegelungsmechanismen mit 4diac und logiBUS-Funktionsbausteinen erlernen möchten.