UDINT_AUDI_LT¶
Einleitung¶
Der Funktionsbaustein UDINT_AUDI_LT realisiert einen numerischen Kleiner-Vergleich (less than) nach IEC 61131-3. Er vergleicht zwei Eingangswerte und liefert das Ergebnis (wahr/falsch) über einen Ausgangs-Adapter. Die internen Abläufe sind als Sub-Applikation mit einem standardisierten Vergleichsbaustein (F_LT) umgesetzt.
Schnittstellenstruktur¶
Ereignis-Eingänge¶
| Name | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|
| REQ | Event | Auslöser für den Vergleichsprozess |
Ereignis-Ausgänge¶
| Name | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|
| (über Adapter OUT.E1) | Event | Quittung nach erfolgreichem Vergleich |
Der Ereignisausgang wird über den Adapter OUT (Typ AX) realisiert.
Daten-Eingänge¶
| Name | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|
| IN1 | ANY_ELEMENTARY | Erster Vergleichswert |
| IN2 | (über Socket-Adapter) | Zweiter Vergleichswert |
Der zweite Vergleichswert wird über einen Socket-Adapter IN2 (Typ AUDI) eingelesen.
Daten-Ausgänge¶
| Name | Typ | Beschreibung |
|---|---|---|
| (über Adapter OUT.D1) | (implizit) | Vergleichsergebnis (TRUE/FALSE) |
Das Ergebnis wird über den Adapter OUT (Typ AX) als logischer Wert ausgegeben.
Adapter¶
| Name | Typ | Richtung | Beschreibung |
|---|---|---|---|
| OUT | AX | Plug | Ausgangsadapter für Ergebnis und Ereignis |
| IN2 | AUDI | Socket | Eingangsadapter für den zweiten Vergleichswert |
Funktionsweise¶
Bei einem Ereignis am Eingang REQ oder am Socket-Eingang IN2.E1 wird der Baustein aktiviert. Anschließend werden die Werte von IN1 (direkter Dateneingang) und IN2 (über den Socket-Adapter bereitgestellt) dem internen Baustein F_LT (IEC 61131-3 Vergleichsbaustein „<“) übergeben. Das Ergebnis der Operation wird über den Adapter OUT als Datenwert (D1) und gleichzeitig ein Bestätigungsereignis (E1) ausgegeben.
Die Verwendung von Adaptern ermöglicht eine lose Kopplung der Eingabe- und Ausgabedaten.
Technische Besonderheiten¶
- Datentypen – IN1 akzeptiert jeden elementaren Typ (ANY_ELEMENTARY); IN2 ist durch den verwendeten Adaptertyp (
AUDI) festgelegt. - Adapter-Schnittstelle – Die Ereignis- und Datenausgabe erfolgt nicht über klassische Ein-/Ausgänge, sondern über einen Plug-Adapter. Das ermöglicht eine flexible Anbindung an nachfolgende Bausteine.
- Interne Realisierung – Der Vergleich wird nicht direkt im Baustein selbst berechnet, sondern delegiert an den in IEC 61131-3 definierten Funktionsbaustein
F_LT. Somit ist die Implementierung konsistent zur Norm.
Zustandsübersicht¶
Der Baustein besitzt keine explizite Zustandsmaschine. Die Verarbeitung erfolgt ereignisgesteuert – nach jedem Eingangsereignis wird der Vergleich einmal ausgeführt und das Ergebnis unverzögert ausgegeben. Es werden keine internen Zustände gehalten.
Anwendungsszenarien¶
- Schwellwertüberwachung – Prüfen, ob ein Messwert (IN1) unter einem Grenzwert (IN2) liegt.
- Sicherheitslogik – Erkennen von Unterläufen oder Bereichsunterschreitungen.
- Steuerungssequenzen – Aktivieren eines nachfolgenden Prozessschrittes nur wenn eine Bedingung
IN1 < IN2erfüllt ist. - Parametrierbare Bibliotheksbausteine – Durch die Adapter-Schnittstelle kann der zweite Vergleichswert oft von einer übergeordneten Konfiguration bereitgestellt werden.
Vergleich mit ähnlichen Bausteinen¶
| Baustein | Funktion | Schnittstelle |
|---|---|---|
| UDINT_AUDI_LT | Kleiner (<) | Adapter-basiert (IN2, OUT) |
| UDINT_AUDI_GT | Größer (>) | Analoge Adapter-Struktur |
| UDINT_AUDI_EQ | Gleich (==) | Analoge Adapter-Struktur |
| F_LT | Kleiner (<) | Klassische Ein-/Ausgänge |
Im Gegensatz zu direkten Vergleichsbausteinen wie F_LT bietet dieser Baustein eine erweiterte Kopplung durch Adapter, was die Integration in modulare Automatisierungsarchitekturen vereinfacht.
Fazit¶
Der Funktionsbaustein UDINT_AUDI_LT ist eine IEC 61131-3 konforme Implementierung eines Kleiner-Vergleichs. Durch die Verwendung von Adaptern für den zweiten Eingang und den Ausgang wird eine flexible Einbindung in Applikationen mit hierarchischen oder plug&play-artigen Schnittstellen ermöglicht. Er eignet sich besonders für Steuerungsaufgaben, bei denen Vergleichsergebnisse ereignisgesteuert weiterverarbeitet werden müssen.