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AUI_GT

AUI_GT


Einleitung

Der Baustein AUI_GT führt einen Vergleich zweier Werte durch und prüft, ob der erste Wert (IN1) größer als der zweite Wert (IN2) ist. Das Ergebnis wird als Boolescher Wert über den Ausgangsadapter bereitgestellt. Der Baustein ist ereignisgesteuert und arbeitet asynchron.

Schnittstellenstruktur

Der Baustein besitzt keine direkten Ereignis- oder Dateneingänge und -ausgänge, sondern kommuniziert ausschließlich über Adapter.

Ereignis-Eingänge

  • IN1.E1: Ereignisseingang des Socket-Adapters IN1 – löst den Vergleich aus.
  • IN2.E1: Ereignisseingang des Socket-Adapters IN2 – ebenfalls als Trigger für den Vergleich.

Ereignis-Ausgänge

  • OUT.E1: Ereignisausgang des Plug-Adapters OUT – signalisiert, dass das Vergleichsergebnis am Datenausgang anliegt.

Daten-Eingänge

  • IN1.D1: Erster zu vergleichender Wert (Datentyp, abhängig vom Adaptertyp AUI, üblicherweise ein numerischer Wert).
  • IN2.D1: Zweiter zu vergleichender Wert (Datentyp wie IN1).

Daten-Ausgänge

  • OUT.D1: Boolesches Ergebnis des Vergleichs – TRUE, wenn IN1 > IN2, sonst FALSE.

Adapter

Adapter Typ Richtung Beschreibung
IN1 AUI (Socket) Eingang Adapter für den ersten Vergleichswert und das zugehörige Ereignis
IN2 AUI (Socket) Eingang Adapter für den zweiten Vergleichswert und das zugehörige Ereignis
OUT AX (Plug) Ausgang Adapter für das Vergleichsergebnis und das Ausgangsereignis

Die Adapter AUI und AX sind unidirektionale Schnittstellen, die je einen Ereignis- und einen Datenkanal bereitstellen.

Funktionsweise

  1. Der Baustein wartet auf ein Ereignis an einem der Socket-Adapter IN1.E1 oder IN2.E1.
  2. Sobald ein solches Ereignis eintrifft, wird es an den internen Funktionsbaustein F_GT (Typ iec61131::comparison::F_GT) weitergeleitet. Dort werden die aktuellen Werte von IN1.D1 und IN2.D1 verglichen.
  3. Der interne Baustein erzeugt ein Ausgangsereignis (CNF) und gibt das Boolesche Ergebnis (OUT) aus.
  4. Dieses Ereignis wird auf den Plug-Adapter OUT.E1 propagiert, und der Datenwert OUT.D1 wird auf TRUE oder FALSE gesetzt.
  5. Die Ausgabe erfolgt nur bei einer Änderung der Eingangswerte oder bei einem erneuten Ereignis.

Technische Besonderheiten

  • Adapterbasierte Schnittstelle: Der Baustein verwendet ausschließlich Adapter, wodurch er flexibel in verschiedene Kommunikationskontexte eingebunden werden kann.
  • Asynchrone Verarbeitung: Die Vergleichsoperation wird durch ein Ereignis an einem der Eingangsadapter getriggert; das Ausgangssignal wird ereignisgesteuert geliefert.
  • Normkonformität: Der Baustein implementiert die Vergleichsfunktion aus IEC 61131-3 („greater than“).
  • Keine Zustandsautomaten: Der Baustein ist rein kombinatorisch – das Ergebnis wird unmittelbar nach dem Ereignis gebildet, es gibt keinen internen Zustand.

Zustandsübersicht

Der Baustein besitzt keinen expliziten Zustandsautomaten (ECC). Die interne Logik besteht aus einer direkten Verbindung der Adapter zu einem standardisierten Vergleichsbaustein. Die Ausgabe erfolgt sofort bei Ereigniseingang.

Anwendungsszenarien

  • Grenzwertüberwachung: Prüfen, ob ein Messwert (z. B. Temperatur, Druck) einen vorgegebenen Schwellwert überschreitet.
  • Steuerungslogik: Aktivieren einer Aktion (z. B. Ventil öffnen), wenn ein Sollwert größer als der Istwert ist.
  • Datenfilterung: Auswählen von Datensätzen oder Signalen, die eine bestimmte Bedingung erfüllen.

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

  • AUI_LT: Prüft auf „kleiner als“ – invers zur Funktion von AUI_GT.
  • AUI_EQ: Prüft auf Gleichheit der Werte.
  • AUI_GE / AUI_LE: Führen die Vergleiche „größer gleich“ bzw. „kleiner gleich“ durch – sind erweiterte Versionen von AUI_GT und AUI_LT.

Der AUI_GT ist die grundlegende „größer“-Komponente, die über die beiden Socket-Adapter eine einfache Integration in Adapter-basierte Netzwerke ermöglicht.

Fazit

Der AUI_GT ist ein einfacher, aber wichtiger Vergleichsbaustein für IEC 61131-3 Steuerungsanwendungen. Seine adapterorientierte Schnittstelle macht ihn vielseitig einsetzbar und ermöglicht eine klare Trennung von Ereignis- und Datenpfaden. Durch die ereignisgesteuerte Arbeitsweise eignet er sich besonders für Echtzeitsysteme, in denen Bedingungen sofort auf Werteänderungen reagiert werden müssen.