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AI_D_FF_HYS

AI_D_FF_HYS


Einleitung

Der Funktionsblock AI_D_FF_HYS realisiert ein taktgesteuertes D‑Flipflop (Data Latch) mit einer konfigurierbaren Hysterese. Er dient dazu, ein binäres oder analoges Eingangssignal stabil zu verriegeln und Störungen im Signalverlauf auszufiltern. Die Hysterese verhindert ein ständiges Umschalten bei geringen Signaländerungen (Prellen, Rauschen) und sorgt so für einen sauberen, verzögerungsfreien Ausgangszustand.

Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

Ereignis Typ Mit Variablen Beschreibung
INIT EInit HYSTERESIS Initialisierung und Vorgabe des Hysteresebandes

Ereignis-Ausgänge

Ereignis Typ Beschreibung
INITO EInit Bestätigung der Initialisierung

Daten-Eingänge

Bezeichnung Typ Beschreibung
HYSTERESIS INT Hysterese-Bandbreite (z. B. in digitalen Schritten)

Daten-Ausgänge

Der Baustein besitzt keine direkten Daten-Ausgänge. Der verriegelte Wert wird über den Adapter‑Plug Q zur Verfügung gestellt.

Adapter

Bezeichnung Typ Richtung Beschreibung
I AI Socket Eingangsadapter: Taktsignal (E1) und Daten (D1)
Q AI Plug Ausgangsadapter: latched value (D1) und zugehöriges Ereignis (E1)

Der verwendete Adaptertyp adapter::types::unidirectional::AI ist ein unidirektionaler Daten- und Ereigniskanal. Über den Socket I werden die Werte des Takts (E1) und der Daten (D1) empfangen; über den Plug Q wird der latched Wert (D1) zusammen mit einem Bestätigungsereignis (E1) ausgegeben.

Funktionsweise

  1. Initialisierung
    Der Baustein wird durch das Ereignis INIT aktiviert. Dabei wird der übergebene Wert HYSTERESIS als Hystereseband gespeichert. Nach erfolgreicher Initialisierung wird INITO ausgelöst.

  2. Datenverriegelung
    Nach der Initialisierung wartet der Baustein auf ein Taktsignal am Adapter I (Ereignis I.E1). Bei jedem Taktereignis wird der aktuelle Datenwert I.D1 eingelesen.
    Der interne Funktionsblock E_D_FF_ANY_HYS vergleicht den eingehenden Wert mit dem zuletzt verriegelten Wert unter Berücksichtigung der Hysterese:

  3. Überschreitet der neue Wert den alten Wert um mehr als die Hälfte der Hysterese, wird der neue Wert übernommen (gesetzt).
  4. Unterschreitet er den alten Wert um mehr als die Hälfte der Hysterese, wird der neue Wert übernommen (rückgesetzt).
  5. Bei geringeren Differenzen bleibt der Ausgang unverändert.

Der so ermittelte latched Wert wird am Adapter Q bereitgestellt: Q.D1 enthält den digitalen Wert, und das Ereignis Q.E1 signalisiert die Aktualisierung.

Technische Besonderheiten

  • Adapterbasierte Kommunikation
    Der gesamte Daten- und Ereignisaustausch erfolgt über Adapter. Dies ermöglicht eine lose Kopplung zwischen dem Flipflop und den angeschlossenen Komponenten und erleichtert die Wiederverwendung in verschiedenen Kontexten.
  • Hysterese zur Störunterdrückung
    Die Hysterese verhindert ein Flip‑Flop‑Verhalten bei Rauschen oder prellenden Signalen. Die Bandbreite wird als Ganzzahl (INT) übergeben und kann zur Laufzeit über INIT neu gesetzt werden.
  • Keine direkten Datenausgänge
    Der latched Wert ist nur über den Adapter Q zugänglich. Dies erzwingt eine strukturierte Signalweiterleitung im Gesamtsystem.
  • Eingebetteter Funktionsblock
    Das eigentliche Flipflop mit Hysterese wird durch den internen FB E_D_FF_ANY_HYS realisiert, was die Komplexität kapselt und die Wartung erleichtert.

Zustandsübersicht

Der FB kennt keine expliziten Zustände im Sinne einer Endlichen Automaten. Er befindet sich nach der INIT-Behandlung in einem Betriebszustand, in dem er auf Taktereignisse wartet. Ein erneuter INIT‑Aufruf setzt die Hysterese neu und initialisiert die interne Logik.

Zustand Beschreibung
Initialisiert Nach erfolgreichem INIT bereit zur Verarbeitung
Warten auf Takt Erwartet ein I.E1-Ereignis am Eingangsadapter
Datenverarbeitung Bei I.E1: Hysterese-Vergleich und ggf. Übernahme

Anwendungsszenarien

  • Entprellung von Schaltern und Sensoren
    Ein mechanischer Kontakt liefert prellende Signale. Die Hysterese unterdrückt kurzzeitige Änderungen und gibt nur stabile Zustände weiter.
  • Rauschunterdrückung bei analogen Signalen
    Ein Analog-Digital-Wandler liefert verrauschte Werte. Die Hysterese verhindert ständiges Umschalten zwischen benachbarten Quantisierungsstufen.
  • Zustandsspeicher in Steuerungen
    Der Baustein kann als einfaches D‑Flipflop verwendet werden, um einen digitalen Wert taktgesteuert zu übernehmen und bis zum nächsten Takt zu halten.
  • Schnittstelle zwischen asynchronen und synchronen Systemen
    Der Adapter erlaubt die Anbindung von Bausteinen mit unterschiedlichen Ereignistakten, indem das Flipflop als Puffer dient.

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

Baustein Hysterese Takteingang Ausgabeart Besonderheit
AI_D_FF_HYS Ja Ja Adapter (AI) Flexible Adapter-Kopplung
Standard D‑FF (61499) Nein Ja Direkte Datenausgänge Keine Störunterdrückung
SR‑Flipflop Nein Nein Direkt Set/Reset, kein Takt
Schmitt‑Trigger Ja Nein Analoge Schwelle Nur Schwellwert, kein Speicher

Der AI_D_FF_HYS kombiniert die Eigenschaften eines getakteten D‑Flipflops mit einer einstellbaren Hysterese und bietet durch die Adapter‑Schnittstelle eine plattformunabhängige Integration in IEC‑61499‑Systeme.

Fazit

Der AI_D_FF_HYS ist ein robuster und flexibler Funktionsblock zur taktgesteuerten Signalverriegelung mit Hysterese. Er eignet sich besonders für Anwendungen, bei denen Störungen aus dem Eingangssignal herausgefiltert werden müssen, ohne auf einen einfachen Takt‑Flipflop verzichten zu können. Die adpaterbasierte Schnittstelle fördert modulare, wiederverwendbare Entwürfe und macht den Baustein zu einem wertvollen Element in der Automatisierungstechnik und Signalverarbeitung.