Uebung_209: Interlock: ILOCK_FB_RS (Zwei gegenseitig verriegelte Reset-Dominante Latches via AX2-Adapter)¶
Einleitung¶
In dieser Übung wird eine gegenseitige Verriegelung (Interlock) zwischen zwei reset-dominanten RS-Latches realisiert. Die Funktionsbausteine ILOCK_FB_RS sind über einen AX2-Adapter miteinander verbunden, sodass immer nur einer der beiden Ausgänge aktiv sein kann. Sobald ein Latch gesetzt wird, wird der andere zwangsweise zurückgesetzt. Die Ein- und Ausgänge sind an digitale logiBUS-Hardware (Eingänge I1–I4, Ausgänge Q1 und Q2) angebunden.
Die Übung vermittelt den Umgang mit speziellen Interlock-Bausteinen, die in der Steuerungstechnik für wechselseitige Sicherungen (z. B. bei Motoren oder Ventilen) eingesetzt werden.
Verwendete Funktionsbausteine (FBs)¶
| Bausteinname | Typ | Parameter / Anschlüsse |
|---|---|---|
DigitalInput_S1 |
logiBUS::io::DI::logiBUS_IX |
QI = TRUE, Input = Input_I1 (Einschaltsignal 1) |
DigitalInput_R1 |
logiBUS::io::DI::logiBUS_IX |
QI = TRUE, Input = Input_I2 (Rücksetzsignal 1) |
DigitalInput_S2 |
logiBUS::io::DI::logiBUS_IX |
QI = TRUE, Input = Input_I3 (Einschaltsignal 2) |
DigitalInput_R2 |
logiBUS::io::DI::logiBUS_IX |
QI = TRUE, Input = Input_I4 (Rücksetzsignal 2) |
ILOCK_RS_1 |
logiBUS::signalprocessing::interlock::ILOCK_FB_RS |
– |
ILOCK_RS_2 |
logiBUS::signalprocessing::interlock::ILOCK_FB_RS |
– |
DigitalOutput_Q1 |
logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX |
QI = TRUE, Output = Output_Q1 (Lampe/Signal 1) |
DigitalOutput_Q2 |
logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX |
QI = TRUE, Output = Output_Q2 (Lampe/Signal 2) |
Erläuterung der Interlock-Bausteine
ILOCK_FB_RS ist ein reset-dominantes RS-Latch mit einer zusätzlichen Adapterschnittstelle (ILOCK_IN, ILOCK_OUT). Über diese Adapterverbindung können mehrere solche Bausteine gekoppelt werden: Wird ein Latch gesetzt, sendet es ein Signal auf dem ILOCK_OUT-Adapter, das den anderen Baustein über ILOCK_IN in den Reset-Zustand zwingt. Somit ist zu jedem Zeitpunkt maximal einer der beiden Ausgänge Q1 aktiv.
Programmablauf und Verbindungen¶
Das System ist ereignisgesteuert aufgebaut:
-
Eingangssignal
Ein Signal auf einem Digitaleingang (z. B.Input_I1für Setzen von Latch 1) erzeugt ein EreignisINDam entsprechendenDigitalInput-FB. -
Ablauf im Latch
Dieses Ereignis wird auf denREQ-Eingang des zugehörigenILOCK_RS-Bausteins weitergeleitet. Gleichzeitig werden die Datenwerte (SundR1) aus dem Digitaleingang an den Latch übergeben.
Der Baustein verarbeitet die Signale (Reset dominant) und gibt bei Abschluss einCNF-Ereignis aus. -
Ausgang
DasCNF-Ereignis aktiviert denDigitalOutput-Baustein, der den aktuellen Zustand des Latches auf den physikalischen Ausgang (z. B.Output_Q1) legt. -
Verriegelung
Der AdapterausgangILOCK_RS_1.ILOCK_OUTist mit dem AdaptereingangILOCK_RS_2.ILOCK_INverbunden. Wenn Latch 1 gesetzt wird, erhält Latch 2 über die Adapterleitung ein aktives Signal, das ihn zurücksetzt (und umgekehrt). Dadurch kann nie gleichzeitigQ1undQ2HIGH sein.
Verbindungsübersicht:
| Quelle | Ziel | Art |
|---|---|---|
DigitalInput_S1.IND |
ILOCK_RS_1.REQ |
Ereignis |
DigitalInput_R1.IND |
ILOCK_RS_1.REQ |
Ereignis |
DigitalInput_S2.IND |
ILOCK_RS_2.REQ |
Ereignis |
DigitalInput_R2.IND |
ILOCK_RS_2.REQ |
Ereignis |
ILOCK_RS_1.CNF |
DigitalOutput_Q1.REQ |
Ereignis |
ILOCK_RS_2.CNF |
DigitalOutput_Q2.REQ |
Ereignis |
DigitalInput_S1.IN |
ILOCK_RS_1.S |
Daten |
DigitalInput_R1.IN |
ILOCK_RS_1.R1 |
Daten |
DigitalInput_S2.IN |
ILOCK_RS_2.S |
Daten |
DigitalInput_R2.IN |
ILOCK_RS_2.R1 |
Daten |
ILOCK_RS_1.Q1 |
DigitalOutput_Q1.OUT |
Daten |
ILOCK_RS_2.Q1 |
DigitalOutput_Q2.OUT |
Daten |
ILOCK_RS_1.ILOCK_OUT |
ILOCK_RS_2.ILOCK_IN |
Adapter (Interlock) |
Zusammenfassung¶
Die Übung demonstriert eine wechselseitige Verriegelung zweier reset-dominanter RS-Latches mithilfe der speziellen ILOCK_FB_RS-Bausteine und deren Adapterkopplung. Wichtige Lerninhalte:
- Verständnis des Interlock-Prinzips (gegenseitige Ausschließlichkeit).
- Anwendung von Adapterverbindungen zur Querkommunikation zwischen Funktionsbausteinen.
- Einbindung digitaler Ein-/Ausgabehardware (logiBUS).
- Ereignisgesteuerter Ablauf in 4diac-FBS.
Nach erfolgreicher Durchführung kann der Anwender solche Verriegelungen in eigenen Steuerungsprojekten einsetzen, z. B. für die Absicherung konkurrierender Aktoren.