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Uebung_208_AX: Interlock: ILOCK_FB_SR_AX (Zwei gegenseitig verriegelte Set-Dominante Latches via AX/AX2-Adapter)

Uebung_208_AX_network

  • Titel: Uebung_208_AX
    Interlock: ILOCK_FB_SR_AX (Zwei gegenseitig verriegelte Set-Dominante Latches via AX/AX2-Adapter)

Einleitung

Diese Übung veranschaulicht die Realisierung einer gegenseitigen Verriegelung (Interlock) zwischen zwei Set-dominanten SR-Latches. Die beiden Latches sind so miteinander verschaltet, dass immer nur einer der beiden Ausgänge aktiv sein kann. Die Ansteuerung erfolgt über digitale Eingänge, die Ausgänge werden über digitale Ausgänge ausgegeben. Die Verriegelung wird über die speziellen Adapter ILOCK_IN und ILOCK_OUT der Bausteine ILOCK_FB_SR_AX realisiert.

Verwendete Funktionsbausteine (FBs)

Sub-Bausteine: DigitalInput_S1, DigitalInput_R1, DigitalInput_S2, DigitalInput_R2

  • Typ: logiBUS::io::DI::logiBUS_IXA
  • Verwendete interne FBs: Keine (Hardware-Adapterbaustein)
  • Parameter:
  • QI = TRUE
  • Input = Input_I1 (bzw. Input_I2, Input_I3, Input_I4)
  • Funktionsweise: Diese Bausteine lesen die digitalen Eingangssignale der logiBUS-Hardware ein und stellen sie über den Adapterausgang IN zur Verfügung. Sie dienen als Schnittstelle zu den physikalischen Eingängen.

Sub-Bausteine: ILOCK_SR_1, ILOCK_SR_2

  • Typ: logiBUS::signalprocessing::interlock::ILOCK_FB_SR_AX
  • Verwendete interne FBs: Keine (vordefinierter Interlock-Baustein)
  • Parameter: Keine (Standardkonfiguration)
  • Funktionsweise: Diese Bausteine realisieren je ein set-dominantes SR-Latch (Set-Dominant). Sie besitzen zwei Adapterschnittstellen:
  • SET1: Set-Eingang (aktiv-high)
  • RESET: Reset-Eingang (aktiv-high)
  • Q1: Ausgang (aktiv-high)
  • ILOCK_IN: Eingang für die Verriegelung von einem anderen Latch
  • ILOCK_OUT: Ausgang zur Verriegelung eines anderen Latches

Die Verriegelung bewirkt, dass ein aktiver ILOCK_IN das Setzen des eigenen Latches blockiert. Dadurch kann immer nur eines der beiden Latches gesetzt sein.

Sub-Bausteine: DigitalOutput_Q1, DigitalOutput_Q2

  • Typ: logiBUS::io::DQ::logiBUS_QXA
  • Verwendete interne FBs: Keine (Hardware-Adapterbaustein)
  • Parameter:
  • QI = TRUE
  • Output = Output_Q1 (bzw. Output_Q2)
  • Funktionsweise: Diese Bausteine geben den Zustand des Eingangs OUT als digitales Ausgangssignal auf die logiBUS-Hardware aus. Sie dienen als Schnittstelle zu den physikalischen Ausgängen.

Programmablauf und Verbindungen

Die Übung besteht aus zwei identischen parallelen Zweigen, die über eine gegenseitige Verriegelung verbunden sind.

  • Erster Zweig:
    Digitaleingang DigitalInput_S1 (verbunden mit Hardware-Eingang Input_I1) liefert das Set-Signal an ILOCK_SR_1.SET1.
    Digitaleingang DigitalInput_R1 (verbunden mit Input_I2) liefert das Reset-Signal an ILOCK_SR_1.RESET.
    Der Ausgang ILOCK_SR_1.Q1 wird auf DigitalOutput_Q1.OUT gegeben und schaltet den Hardware-Ausgang Output_Q1.

  • Zweiter Zweig:
    Analog wird ILOCK_SR_2 durch DigitalInput_S2 (über Input_I3) gesetzt und durch DigitalInput_R2 (über Input_I4) zurückgesetzt. Sein Ausgang Q1 steuert Output_Q2.

  • Interlock-Verbindung:
    Der Ausgang ILOCK_SR_1.ILOCK_OUT ist mit dem Eingang ILOCK_SR_2.ILOCK_IN verbunden. Dadurch wird erreicht, dass wenn ILOCK_SR_1 gesetzt ist (Q1 = TRUE), das Setzen von ILOCK_SR_2 blockiert wird. Umgekehrt (Symmetrie) – in dieser Konfiguration ist nur eine Richtung explizit verdrahtet, die andere wird implizit durch die interne Logik des Bausteins realisiert. Tatsächlich besitzt ILOCK_FB_SR_AX eine bidirektionale Verriegelung: beide Latches blockieren sich gegenseitig. Die zusätzliche Verbindung des ILOCK_OUT des einen zum ILOCK_IN des anderen stellt sicher, dass immer nur einer aktiv ist.

Ablauf: 1. Liegt an S1 ein TRUE-Signal an (und ILOCK_SR_1 ist nicht durch ILOCK_SR_2 blockiert), so wird Q1 gesetzt. 2. Liegt an S2 ein TRUE-Signal an (und ILOCK_SR_2 ist nicht durch ILOCK_SR_1 blockiert), so wird Q2 gesetzt. 3. Ein Reset über R1 bzw. R2 setzt das jeweilige Latch zurück. 4. Durch die Verriegelung kann nie gleichzeitig Q1 und Q2 TRUE sein. Ein Setzversuch am blockierten Latch bleibt wirkungslos.

Lernziele: - Verständnis von gegenseitigen Verriegelungen (Interlocks) in der Steuerungstechnik. - Anwendung set-dominanter SR-Latches. - Umgang mit Adapterverbindungen in 4diac-IDE (AX/AX2-Konzept).

Schwierigkeitsgrad: Mittel
Vorkenntnisse: Grundlagen der logiBUS-Ein-/Ausgabe, SR-Latch-Funktionalität.

Zusammenfassung

Die Übung Uebung_208_AX demonstriert den Aufbau einer gegenseitigen Verriegelung zwischen zwei set-dominanten Latches mithilfe der speziellen Interlock-Bausteine ILOCK_FB_SR_AX. Durch die Adapterverbindungen ILOCK_IN und ILOCK_OUT wird sichergestellt, dass stets nur einer der beiden Ausgänge aktiv sein kann. Dies ist typisch für Anwendungen, bei denen sich zwei Zustände gegenseitig ausschließen müssen (z.B. Motorenrichtungen, Ventilsteuerungen). Die Übung festigt den Umgang mit Hardware-Adaptern und den Interlock-Mechanismen der logiBUS-Bibliothek.