Uebung_203: Interlock: ILOCK_SWITCH (Umschalt-Priorität Last-Wins)¶
Interlock: ILOCK_SWITCH (Umschalt-Priorität Last-Wins)
Einleitung¶
Diese Übung demonstriert den Einsatz eines Interlock-Bausteins vom Typ ILOCK_SWITCH zur Priorisierung zweier konkurrierender Anforderungen. Die Schaltung realisiert eine Umschalt-Priorität nach dem Last-Wins-Prinzip: Der zuletzt aktivierte Eingang erhält die Freigabe (Priorität). Sobald beide Eingänge wieder inaktiv sind, wird der Ausgang zurückgesetzt.
Zwei digitale Eingangssignale (I1, I2) steuern über den Interlock-Baustein zwei separate digitale Ausgänge (Q1, Q2). Die Logik verhindert, dass beide Ausgänge gleichzeitig aktiv sind, und stellt sicher, dass nur der zuletzt betätigte Kanal durchgeschaltet wird.
Verwendete Funktionsbausteine (FBs)¶
Die SubApp enthält folgende Funktionsbausteine:
-
DigitalInput_I1 (Typ:
logiBUS::io::DI::logiBUS_IX)
Parameter:QI = TRUE,Input = Input_I1
Ereignisausgang:IND(aktiviert bei steigender Flanke des Eingangs)
Datenausgang:IN(aktueller Eingangswert) -
DigitalInput_I2 (Typ:
logiBUS::io::DI::logiBUS_IX)
Parameter:QI = TRUE,Input = Input_I2 -
ILOCK (Typ:
logiBUS::signalprocessing::interlock::ILOCK_SWITCH)
Keine Parameter.
Ereigniseingänge:EI_UP,EI_DOWN
Dateneingänge:DI_UP,DI_DOWN
Ereignisausgänge:EO_UP,EO_DOWN
Datenausgänge:DO_UP,DO_DOWN -
DigitalOutput_Q1 (Typ:
logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX)
Parameter:QI = TRUE,Output = Output_Q1
Ereigniseingang:REQ(aktiviert die Ausgabe)
Dateneingang:OUT(zu setzender Wert) -
DigitalOutput_Q2 (Typ:
logiBUS::io::DQ::logiBUS_QX)
Parameter:QI = TRUE,Output = Output_Q2
Programmablauf und Verbindungen¶
Die Schaltung arbeitet ereignisgesteuert und nutzt sowohl Ereignis- als auch Datenverbindungen.
- Ereignissteuerung:
- Eine steigende Flanke am Eingang
I1erzeugt amDigitalInput_I1ein Ereignis anIND, das mit dem EreigniseingangEI_UPdes Interlock-Bausteins verbunden ist. - Analog wird bei einer Flanke an
I2das Ereignis anEI_DOWNgesendet. - Der Interlock-Baustein entscheidet anhand der Priorität (Last-Wins), welcher Kanal freigegeben wird, und löst entweder
EO_UPoderEO_DOWNaus. -
Das Ereignis
EO_UPtriggert den DigitalausgangQ1überREQ, währendEO_DOWNden AusgangQ2triggert. -
Datenfluss:
- Der aktuelle Wert von
I1(überINvonDigitalInput_I1) wird an den DateneingangDI_UPdes Interlocks übergeben. - Der Wert von
I2wird anDI_DOWNübergeben. -
Der Interlock-Baustein gibt den freigegebenen Kanal über die entsprechenden Datenausgänge weiter (
DO_UP→OUTvonDigitalOutput_Q1,DO_DOWN→OUTvonDigitalOutput_Q2). -
Funktionsweise des
ILOCK_SWITCH: - Bei gleichzeitiger oder kollidierender Anforderung gewinnt der zuletzt eingetroffene Impuls (Last-Wins).
- Nur einer der beiden Ausgänge kann aktiv sein.
- Sobald beide Eingänge auf
FALSEzurückgehen, werden auch die Ausgänge zurückgesetzt (sofern der Baustein entsprechend konfiguriert ist).
Lernziele dieser Übung: - Verständnis des Interlock-Prinzips und der Last-Wins-Priorität. - Umgang mit ereignisgesteuerten Funktionsbausteinen in 4diac IDE. - Verknüpfung von digitalen Ein-/Ausgängen mit einem Interlock-Baustein. - Fehlersuche und Verhaltenstests durch Simulation.
Zusammenfassung¶
Die Übung Uebung_203 setzt einen ILOCK_SWITCH-Baustein ein, um zwei konkurrierende digitale Eingänge zu priorisieren. Die Last-Wins-Logik stellt sicher, dass stets nur der zuletzt aktivierte Kanal durchgeschaltet wird. Die Implementierung erfolgt vollständig ereignisgesteuert mit entsprechenden Datenverbindungen, was eine saubere und deterministische Steuerung ermöglicht. Diese Grundschaltung ist ein typischer Baustein für Sicherheits- und Verriegelungslogiken in der Automatisierungstechnik.