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NumericValue_PHYSA

NumericValue_PHYSA


Einleitung

Der Funktionsblock NumericValue_PHYSA ist ein Eingangs-Service-Interface-Funktionsblock (SIFB) nach ISO 11783-6. Seine Aufgabe besteht darin, einen physikalischen REAL-Wert über einen AR-Adapter (Adapter Typ unidirectional::AR) bereitzustellen. Intern kapselt er den Baustein NumericValue_PHYS und dessen gesamte Logik zur Umrechnung und Bereitstellung des Wertes.

Schnittstellenstruktur

Ereignis-Eingänge

Name Typ Beschreibung
INIT EInit Initialisiert den Baustein (mit Parametern und Objekt-Pool)
REQ Event Löst die Ausgabe des aktuellen physikalischen Wertes aus

Ereignis-Ausgänge

Name Typ Beschreibung
INITO EInit Bestätigung der erfolgreichen Initialisierung

Daten-Eingänge

Name Typ Beschreibung
QI BOOL Eingangsqualifizierer (aktiviert/steuert die Verarbeitung)
PARAMS STRING Parameter für den Dienst (z. B. Konfigurationsstring)
stObj NumericObjectPool_S Objekt-Pool-Eigenschaften: Objekt-ID (UINT16), Skalierung, Offset, Dezimalstellen

Daten-Ausgänge

Name Typ Beschreibung
QO BOOL Ausgangsqualifizierer (zeigt erfolgreiche Verarbeitung an)
STATUS STRING Statusmeldung (OK oder Fehlertext)

Adapter

Name Typ Beschreibung
rPhys adapter::types::unidirectional::AR Adapter-Schnittstelle zur Ausgabe des physikalischen REAL-Wertes (Ereigniskanal E1 und Datenkanal D1)

Funktionsweise

Der Baustein ist als reiner Wrapper um den internen FB NumericValue_PHYS realisiert. Sämtliche Ein- und Ausgänge werden eins‑zu‑eins auf den inneren Baustein durchverbunden:

  • Die Ereignisse INIT und REQ werden direkt an NumericValue_PHYS weitergeleitet.
  • Das Initialisierungs‑Bestätigungsereignis INITO des inneren FB wird nach außen geführt.
  • Das Ausgangsereignis IND von NumericValue_PHYS wird mit dem Ereigniseingang rPhys.E1 des Adapters verbunden, sodass der Adapter bei jeder neuen Wertberechnung ein Ereignis erhält.
  • Die Daten‑Eingänge (QI, PARAMS, stObj) werden an den inneren FB verdrahtet.
  • Die Daten‑Ausgänge (QO, STATUS) kommen direkt vom inneren FB.
  • Der physikalische REAL‑Wert aus NumericValue_PHYS.rPhys wird auf den Datenkanal rPhys.D1 des Adapter-Plugs gelegt.

Damit ist der FB ein reiner Konnektor, der die Funktionalität von NumericValue_PHYS um eine standardisierte Adapter‑Schnittstelle ergänzt, ohne selbst zusätzliche Logik zu implementieren.

Technische Besonderheiten

  • Eingesetzte Datentypen: Die physikalischen Eigenschaften des Messwerts (Skalierung, Offset, Dezimalstellen) werden über den strukturierten Typ logiBUS::utils::conversion::phys::NumericObjectPool_S definiert.
  • Adapter‑Kopplung: Der AR‑Adapter (unidirektional) ermöglicht eine lose Kopplung an nachfolgende Bausteine, die den physikalischen Wert konsumieren.
  • Typ‑Hash: Der Baustein trägt ein Attribut eclipse4diac::core::TypeHash zur Identifikation der exakten Version.
  • Keine interne Zustandsmaschine: Der FB delegiert alle Zustandslogik an den gekapselten Baustein.

Zustandsübersicht

Da der FB keine eigene Zustandsmaschine besitzt, ergibt sich der Zustand vollständig aus dem inneren NumericValue_PHYS:

  1. Initialisierungsphase: Nach dem Ereignis INIT wird der FB konfiguriert. Erst nach INITO ist er betriebsbereit.
  2. Betriebsphase: Mit jedem REQ wird der aktuelle physikalische Wert berechnet und über den Adapter ausgegeben.
  3. Fehlerzustand: Bei fehlerhafter Initialisierung oder ungültigen Parametern wird STATUS mit einem entsprechenden Text belegt und QO auf FALSE gesetzt.

Anwendungsszenarien

  • ISOBUS‑Steuergeräte: Der FB eignet sich ideal, um Sensordaten (z. B. Drehzahl, Druck, Temperatur) in ein standardisiertes Adapter‑Interface zu wandeln, wie es in landwirtschaftlichen Maschinen gemäß ISO 11783‑6 gefordert wird.
  • Messwerterfassung mit Skalierung: Über die Parameter‑Struktur können Rohwerte mit individuellem Offset und Skalierungsfaktor in physikalische Einheiten umgerechnet werden.
  • Modulare Systeme: Durch die Adapter‑Schnittstelle können mehrere Ausgabebausteine einfach an verschiedene Konsumenten (z. B. Visualisierung, Logik) angeschlossen werden.

Vergleich mit ähnlichen Bausteinen

  • NumericValue_PHYS (ohne „A“‑Suffix): Der reine Funktionsblock ohne Adapter‑Schnittstelle. Er stellt den physikalischen Wert nur als Datenausgang (rPhys) bereit. Der vorliegende FB fügt den Adapter‑Plug hinzu, um die Kopplung über einen standardisierten Kanal zu ermöglichen.
  • NumericValue_RAW / NumericValue_SCALED (hypothetisch): Diese Bausteine würden Roh- bzw. skalierte Werte ohne Bezug zu einem Objekt‑Pool liefern. NumericValue_PHYSA hingegen nutzt die Struktur NumericObjectPool_S mit expliziten Umrechnungsparametern.

Fazit

Der Funktionsblock NumericValue_PHYSA bietet eine saubere, adapter‑basierte Schnittstelle zur Ausgabe physikalischer REAL‑Werte. Durch die Kapselung der gesamten Umrechnungslogik in NumericValue_PHYS bleibt er schlank und wartbar. Sein Einsatz empfiehlt sich überall dort, wo nach ISO 11783‑6 konforme, physikalische Messwerte in einem modularen Automatisierungssystem bereitgestellt werden müssen.